Česky Deutch

Bedeutende sächsisch-tschechische wissenschaftliche Konferenz kommt nach Ústí nad Labem. Gleich zwei Premieren für die tschechische Stadt an der Elbe.

Im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet gibt es nur wenige Institutionen, die sich der tschechisch-sächsischen Zusammenarbeit annehmen, obwohl in der dortigen Region immer mehr Universitäten, nichtstaatliche Organisationen, wissenschaftliche, kulturelle und andere Institutionen zusammenarbeiten. Die Idee des Mittel- und Osteuropatages ist es, Forschungseinrichtungen im Grenzgebiet zu vernetzen, ihren Vertretern die Aufnahme einer engeren Zusammenarbeit zu ermöglichen und einen Überblick über bestehende Aktivitäten in den Bereichen Wissenschaft und Kultur im sächsisch-tschechischen Bereich zu gewinnen.
Der Mittel- und Osteuropatag in Ústí nad Labem knüpft an die Tradition ähnlicher Konferenzen an, welche in den Jahren 2004 bis 2008 in Leipzig, Chemnitz, Dresden, Freiberg und Görlitz veranstaltet wurden. Die Konferenz findet somit in Ústí nad Labem zum ersten Mal in der Tschechischen Republik statt. Auf dem Programm stehen dabei vor allem Vorträge und Fachdiskussionen. Außerdem werden sich die beteiligten Institutionen während der Tagung an Infoständen präsentieren und bekanntmachen.

Der Mittel- und Osteuropatag über die sächsisch-tschechische Fachkooperation findet am 19. Oktober in den Räumlichkeiten der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität (UJEP), České mládeže 8, Ústí nad Labem, statt. Die UJEP wird durch die Philosophische Fakultät, die Naturwissenschaftliche Fakultät und durch die Fakultät für Umwelt vertreten sein.
Die Veranstalter sind die gemeinnützige Gesellschaft Collegium Bohemicum und das Kompetenzzentrum für Mittel- und Osteuropa in Leipzig (KOMOEL). Die Konferenz wird vom Programm „Ziel 3“, zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik, finanziell unterstützt.

Der Mittel- und Osteuropatag in Ústí nad Labem findet im Rahmen der 11. Tschechisch–Deutschen Kulturtage statt.

In 14 sächsischen und nordböhmischen Städten und Gemeinden finden dabei vom 30. Oktober bis 15. November rund 125 kulturelle Veranstaltungen statt (von Musik und Theater über Filme und Ausstellungen bis hin zu Lesungen). Zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs widmen sich die Veranstaltungen in diesem Jahr vor allem der reflektierten Rückschau auf beiden Seiten der Grenze.
„Die tschechisch-deutschen Kulturtage enstanden eigentlich aus der Idee heraus, die tschechische Kultur in Form von Ausstellungem und Veranstaltungen in Sachsen zu präsentieren. Seit dem Jahre 2004 arbeitet das Collegium Bohemicum an der Ausdehnung dieses Festivals auf der tschechischen Seite der Grenze, vor allem durch die Mitarbeit der Kulturmanagerinnen der Robert-Bosch-Stiftung“, erklärt Blanka Mouralová, die Direktorin des Collegium Bohemicum. Dass die tschechisch-deutschen Kulturtage dadurch zur größten regelmäßigen Präsentationsplattform der tschechischen Kultur im Ausland geworden sind, sollte angemerkt werden. „Auch in den nächsten Jahren wird sich das Collegium Bohemicum in seiner Kulturtätigkeit auf dieses regelmäßige Festival konzentrieren und dennoch weitere kulturelle Veranstaltungen im Laufe des ganzen Jahres vorbereiten, wie zum Beispiel Lesungen oder Filmpräsentationen“, sagt Blanka Mouralová.


Zum ersten Mal werden in diesem Jahr die tschechisch-deutschen Kulturtage – neben der bereits traditionellen Eröffnung in Dresden – auch in Ústí nad Labem eröffnet. Der feierliche Auftakt am 19. Oktober ab 19 Uhr im Nordböhmischen Opern- und Baletttheater, Lidické náměstí 10, Ústí nad Labem, wird von Štefan Füle, dem Europaminister der Tschechischen Republik, zusammen mit einem Vertreter der Sächsischen Staatsregierung, angeführt werden. Danach folgt ein Konzert des berühmten Barockmusikensembles „Musica Florea“ unter der Leitung des Dirigenten Marek Štryncl. „Musica Florea“ interpretiert die Barockmusik dabei auf die gleiche Weise, wie die Musiker in der jeweiligen Zeit. Mit dem Programm „Zelenka et Bach“ ist Ihnen ein einzigartiges Musikerlebnis garantiert. Aus diesem Grund bitten wir die Besucher um eine kleine Unkostenerstattung von 10 Kronen (Kč). Zum Konzert um 19.00 Uhr lädt das Collegium Bohemicum die gesamte Öffentlichkeit herzlich ein.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin der Konferenz, Šárka Daňková, 602 191 570, dankova@collegiumbohemicum.cz.

Das Collegium Bohemicum ist eine gemeinnützige Kultur-, Bildungs- und Forschungseinrichtung, die sich den deutsch-tschechischen Beziehungen und dem Kulturerbe der deutschsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern widmet. Neben der Organisation von deutsch-tschechischen Kulturveranstaltungen ist das Collegium Bohemicum auch auf dem wissenschaftlichen Gebiet aktiv. So werden zum Beispiel Seminare und Vorträge veranstaltet, Forschungsprojekte unterstützt, Stipendien zur Fertigstellung von Dissertationen vergeben sowie Bildungs- und Schulprojekte organisiert und durchgeführt. In Kooperation mit dem Stadtmuseum von Ústí nad Labem bereitet das Collegium Bohemicum außerdem eine Dauerausstellung zur die Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern vor.

Mehr Informationen finden Sie unter www.collegiumbohemicum.cz