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Collegium Bohemicum beginnt unter der Schirmherrschaft des tschechischen Kulturministers Jiří Besser seine Tätigkeit im renovierten Museumsgebäude in Ústí nad Labem

Collegium Bohemicum beginnt unter der Schirmherrschaft des tschechischen Kulturministers Jiří Besser seine Tätigkeit im renovierten Museumsgebäude in Ústí nad Labem

Am 29. Juni 2011 kommt es unter Beteiligung der beiden tschechischen Minister Jiří Besser und Alexandr Vondra zum feierlichen Beginn der Tätigkeit des Collegium Bohemicum im von Grund auf renovierten Museumsgebäude in Ústí nad Labem. Im Rahmen eines ganztägigen Programms, das dem Thema der Architektur gewidmet sein wird, werden den Siegern des Architektenwettbewerbs zur Gestaltung der geplanten Ausstellung zur Geschichte der deutschen Bewohner der böhmischen Länder, der vom Collegium Bohemicum gemeinsam mit der tschechischen Architektenkammer Ende letzten Jahres ausgeschrieben worden war, Preise verliehen. Gäste werden zugleich die Möglichkeit bekommen, sich mit der in Vorbereitung befindlichen Ausstellung vertraut zu machen. Diese wird vom Collegium Bohemicum in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden vorbereitet. Auf 1500qm soll ein in vielen Bereichen neuer und unverbrauchter Blick auf die Geschichte des Zusammenlebens von deutscher und tschechischer Bevölkerung in den böhmischen Ländern geboten werden.

Nach der Verkündung der Wettbewerbsergebnisse wird die Direktorin des Collegium Bohemicum Blanka Mouralová eine Ausstellung der entsprechenden architektonischen Entwürfe eröffnen, die noch bis zum 25. Oktober von Interessierten in Ústí nad Labem besichtigt werden kann. Diese Ausstellung mit dem Titel „Dreißig Entwürfe, ein Sieger“ präsentiert alle dreißig in den Wettbewerb eingereichten Entwürfe und die Vorgehensweise der Wettbewerbsjury. Die Besucher können sich selbst eine Meinung dazu bilden, ob die Jury den besten Entwurf ausgewählt hat, und können sich die Kommentare der Architekturbüros zu den Entwürfen und die Beurteilungen der Jury durchlesen. Das Collegium Bohemicum ist die erste Museumsinstitution in der Tschechischen Republik, die zur Gestaltung einer Ausstellung einen offenen Wettbewerb ausgeschrieben hat.
Die Öffentlichkeit kann so zugleich beurteilen, welche ästhetischen und konzeptionellen Zugänge hier aufeinander treffen. Die Architektenbüros verarbeiteten einen Zeitraum von 800 Jahren Geschichte in eine visuelle Form und verrieten so indirekt, wie sie diese Geschichte wahrnehmen.

Teil der Ausstellung ist eine Präsentation von mehreren Sammlungsstücken des Collegium Bohemicum. Ein Touristenführer aus dem Riesengebirge aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erinnert an einen wichtigen Erwerbszweig der böhmischen Deutschen, ein Brief des Schriftstellers Max Brod wiederum an die ruhmreiche deutsche Literatur aus Prag. Eine alte Flasche Mattoni Mineralwasser oder ein Blechschild an einer Exportkiste „Becher Bitter“ zeigen auch heute noch bekannte Produkte. Zu den immer mit den deutschsprachigen Bewohnern der böhmischen Länder in Verbindung gebrachten Kurbädern finden die Besucher eine ganze Vitrine. Die Ausstellung endet mit einer historischen in die Stadt Elbogen/Loket platzierten Gaststätte, denn gerade in solchen Gaststätten tagten Vereine und formte sich auch das politische Leben.

Dem feierlichen Programm am Nachmittag wird eine Fachtagung vorausgehen, die der Entdeckung der deutschen Architektur in den böhmischen Ländern gewidmet ist. Am Abend ist das Publikum Gast eines Auftritts des Vokalquartetts Qwintessenz mit Sängern des Chors der Dresdener Semper-Oper, die Musik von Mozart bis zu den Beatles in hohen Tonlagen darbieten werden.

Das Collegium Bohemicum ist eine gemeinnützige Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsgesellschaft, die sich den deutsch-tschechischen Beziehungen und dem kulturellen Erbe der deutschsprachigen Bewohner der böhmischen Länder widmet. Es organisiert und unterstützt deutsch-tschechische Kulturveranstaltungen, ist aktiv im wissenschaftlichen Bereich (Durchführung von Seminaren und Vorlesungen, Unterstützung von Forschungsprojekten, Ausschreibung von Stipendien) und führt Bildungsprojekte durch. In Zusammenarbeit mit dem Museum der Stadt Ústí nad Labem bereitet es eine Dauerausstellung zur Geschichte der deutschsprachigen Bewohner der böhmischen Länder vor. Mehr unter: www.collegiumbohemicum.cz

Die Renovierung des Museums verlief im Rahmen des städtischen Projekts „Renovierung des Museums der Stadt Ústí nad Labem mit dem Ziel der Errichtung eines Zentrums deutsch-tschechischer Studien Collegium Bohemicum“.