Česky Deutch

Beschluss des Wissenschaftlichen Beirats vom Dezember 2013

Erklärung

Der Wissenschaftliche Beirat des Collegium Bohemicum, dem Fachleute unterschiedlicher akademischer Disziplinen aus der Tschechischen Republik, aus Deutschland und aus Österreich angehören, hat mit Freude und Zufriedenheit zur Kenntnis genommen, dass die Vorbereitungen für die Dauerausstellung zur Kultur und Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung in den Böhmischen Ländern inzwischen sehr weit gediehen sind. Die Exponate für die Ausstellung sind bereits allesamt vorhanden bzw. als Leihgaben zugesichert, darüber hinaus liegen genaue Modelle und Realisierungsentwürfe für die Präsentation vor. Dank der wichtigen Planungsarbeiten, die das Team des Collegium Bohemicum geleistet hat, könnte die von vielen bereits mit Ungeduld erwartete Dauerausstellung in absehbarer Zeit eingerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Der Wissenschaftliche Beirat ist der festen Auffassung, dass die Fertigstellung der Dauerausstellung einem breiten gesellschaftlichen Bedürfnis nach Reflexion über die deutschsprachige Bevölkerung der Böhmischen Länder innerhalb der tschechischen Gesellschaft und darüber hinaus entspricht. Die Konzeption der Ausstellung wird einer europäischen Perspektive auf die eigene Geschichte gerecht. Sie erfüllt nicht nur im tschechischen Kontext, sondern auch in Deutschland und Österreich ein Desiderat, indem sie einen zeitgemäßen, wissenschaftlich fundierten, aber zugleich auch für die breitere Öffentlichkeit zugänglichen Blick auf die Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung in den Böhmischen Ländern ermöglicht. Die Nichtrealisierung der Ausstellung aufgrund der Nichtzuweisung der erforderlichen Mittel käme daher einem Schritt zurück gleich und würde in der Tschechischen Republik und in ihren Nachbarländern als schlechtes Zeichen aufgefasst werden. Durch eine Verzögerung würde die Aussagekraft des derzeitigen Ausstellungskonzepts gefährdet werden.

Bereits am 25. Juni 2010 hat der Wissenschaftliche Beirat des Collegium Bohemicum eine Erklärung formuliert, in der er dem Ausstellungsteam seine volle Unterstützung für das damals vorgelegte Ausstellungkonzept „Themenkreise für das Museum der deutschsprachigen Bevölkerung in den Böhmischen Länden“ zugesichert hat. Der Wissenschaftliche Beirat des Collegium Bohemicum steht auch heute unverändert zu diesem grundlegenden Beschluss. Er drückt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Collegium Bohemicum sein volles Vertrauen aus und knüpft daran die Hoffnung, dass die bisher geleistete Arbeit möglichst bald durch die Eröffnung der Dauerausstellung erfolgreich zum Abschluss gebracht werden kann. Sie bittet alle politisch Verantwortlichen darum, nach ihren Kräften diese für das Collegium Bohemicum entscheidende Phase zu unterstützen.

Das Collegium Bohemicum hat sich auch als Förderer und Ansprechpartner erfolgreicher Projekte erwiesen. Es hat Zeitzeugen befragt und deren Aussagen dokumentiert. Schüler wurden in die Erforschung und das Erinnern an die gemeinsame Geschichte von Tschechen, Juden und Deutschen einbezogen und haben in vorbildlicher Weise die Ergebnisse ihrer Studien vorgelegt. Eine solche kulturelle Breitenarbeit gehört zu einem modernen Museum, dient der kulturellen Verankerung in der Region und sollte ebenfalls finanziell unterstützt werden.

Unterschrieben von:

Prof. Dr. Milena Bartlová, Humanitätsfakultät der Karlsuniversität, Prag
Dr. Peter Becher, Geschäftsführer des Adalbert-Stifter-Vereins, München
Em. Prof. Dr. Detlef Brandes, ehemaliger Leiter des Instituts für die Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Heinrich Heine Universität, Düsseldorf
Doz. Dr. Kristina Kaiserová, Direktorin des Instituts für Germano-slawische Studien, UJEP, Ústí nad Labem
Mag. Daniel Kroupa, Ph.D., Direktor des Lehrstuhls für Politologie und Philosophie, UJEP, Ústí nad Labem
Prof. Dr. Marek Nekula, Direktor des Bohemicum Regensburg – Passau, Universität Regensburg
Prof. Dr. Stefan Michael Newerkla, Institut für Slawistik, Universität Wien
Prof. Dr. Jiří Pešek, Humanitätsfakultät der Karlsuniversität, Prag
PhDr. Václav Petrbok, Institut für tschechische Literatur der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Prag
Prof. Miloš Řezník, Forum für europäische Studien an der Technischen Universität Chemnitz
Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, erster Vorsitzender Collegium Carolinum, München
Mag. Jan Šícha, Abteilung Mitteleuropäische Staaten im tschechischen Außenministerium / Collegium Bohemicum
Dr. phil. Tobias Weger, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg