Česky Deutch

Collegium Bohemicum

Mit der Gründung der Organisation am Jahresende 2006 und mit dem Beginn der Bürotätigkeit im Sommer 2007 wurde an die mehrjährige Vorbereitungsphase des Collegium Bohemicum angeknüpft. Daran waren folgende Institutionen beteiligt: die Stadt Ústí nad Labem (Oberbürgermeister Petr Gandalovič und Jan Kubata), das Stadtmuseum, die Jan-Evangelista-Purkyně-Universität und die Gesellschaft für die Geschichte der Deutschen in Böhmen. Das Collegium Bohemicum entstand mit dem Ziel, eine unabhängige, offene und interaktive Institution zu werden, die tschechienweit tätig wird und die sich dem Kulturerbe der deutschsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern widmet. In Zukunft wird das Collegium Bohemicum über ein eigenes Archiv sowie ein Museum, eine Bibliothek und Wissenschafts- und Bildungsstätten verfügen. Somit soll das Collegium Bohemicum eine Begegnungs- und Erkenntnisstätte werden, die zu einem Dialog zwischen den Interessierten aus Fach- und breiter Öffentlichkeit aus Deutschland, Tschechien, Österreich und weiteren Ländern beiträgt.

Gründung und Ziele

Die grundlegende Idee des Collegium Bohemicum o.p.s. (gemeinnützige Gesellschaft) ist es, die Geschichte des Zusammen­lebens von Deutschen und Tschechen in den böhmischen Ländern eingehend zu erforschen und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Gleichzeitig richtet das Collegium Bohemicum verschiedenste Veranstaltungen aus, die sich deutscher Kultur widmen. Dadurch ermöglicht es persönliche Begegnungen zwischen Tschechen und Deutschen und beeinflusst die heutigen deutsch-tschechischen Beziehungen.

Das Collegium Bohemicum als Kultur- und Bildungseinrichtung, die auf die deutsch-tschechischen Beziehungen ausgerichtet ist, entstand durch die schrittweise erfolgte Transformation des öffentlichen Museums der Stadt Ústí nad Labem, welches bereits 1876 gegründet wurde. Nach 1989 wurde Ústí nad Labem ein Zentrum wissenschaftlichen Forschens auf dem Gebiet der Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern und der deutsch-tschechischen Beziehungen. Die neu entstandene Institution wird diese Forschungen unterstützen, koordinieren und weiterentwickeln. Die erarbeiteten Ergebnisse wird sie der Öffentlichkeit in Form von Ausstellungen, interaktiven Programmen und Bildungsprojekten vermitteln. Bei der Präsentation und Interpretation der grundlegenden Aspekte des behandelten Themas wird besonderer Wert darauf gelegt, authentische Sammlungsstücke des Museums mit der Anwendung moderner Techniken zu kombinieren.

Allgemein wissen wir heutzutage über die Konflikte, Streitigkeiten und Gewalt, die die Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen begleitet haben, sehr viel. Die Resonanz der Konsequenzen wirkt sich auch in der Gegenwart aus. Weniger wird davon gesprochen, was diese zwei Gruppen auf unserem Gebiet vereinte und was sie teilten. Die deutsch-tschechischen Beziehungen haben eine schwierige und vielseitige Geschichte. Das Collegium Bohemicum möchte sich dafür einsetzen, diese Geschichte genau zu erforschen und der Öffentlichkeit zu vermitteln, und zwar durch Ausstellungen, Vorträge, Konferenzen, Bibliothek und spezielle Programme. Dies wird in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Fachleuten aus der Tschechischen Republik und aus dem Ausland stattfinden.